Wurftechniken (detailiert)

Innerhalb der Mannschaften kann man die Aufgaben der einzelnen Spieler unterscheiden:

  • In der Einerkonstellation des Tête muss der Spieler sowohl Legen, als auch Schiessen können.
  • In der Zweiermannschaft des Doublettes übernimmt für gewöhnlich ein Spieler den Part des Legens, wohingegen sich sein Mitspieler auf das Schießen, also das Entfernen gegnerischer Kugeln, konzentriert.
  • Im Dreierteam des Triplettes kommt noch ein weiterer Spieler hinzu. Er kann sowohl gut Schiessen als auch Legen, weswegen er als "Milieu" den Platz in der Mitte des Teams einnimmt und seine Kugeln stets je nach Situation verwendet.

Grundsätzlich ist diese Rollenverteilung innerhalb der Mannschaft jedoch nicht zwingend, sie kann jederzeit geändert werden. Es kann eine zielführende Taktik in einer Aufnahme sein, den gegnerischen Leger zum Schiessen oder den gegnerischen Schießer zum Legen zu zwingen, also den Spieler zu der für ihn ungewohnteren Technik zu zwingen, in der Hoffnung, dass er dann mehr Fehler macht. Umgekehrt wird häufig "gedreht", also der Rollentausch als taktisches Mittel angewendet.

Insbesondere, wenn der Gegner gerade überlegen ist, kann diese Maßnahme eine entscheidende Wende herbeiführen.

 

Das Legen

Die Technik, zu versuchen näher an das Schweinchen zu kommen, nennt man 'Legen' (pointer).

Es gibt im Wesentlichen 3 verschiedene Lege-Techniken, die je nach Untergrund (Boule kann auf jedem Boden gespielt werden), Spielsituation und Können des Legers eingesetzt werden können.

Bei der einfachsten Methode wird die Kugel kurz vor dem Spieler aufgesetzt und zum Schweinchen gerollt:

 

Ist der Bodenbelag sehr grob, sodass eine Kugel auf dem Weg zum Schwein vermutlich abgelenkt wird, sollte man den 'Halb-hohen Wurf' (Demi-Portée) anwenden.
Hierbei wird die Kugel nicht vor dem Spieler aufgesetzt, sondern legt den halben Weg zur Sau fliegend zurück, um dann nur das letzte Stück zu rollen.
Im Idealfall gibt man der Kugel noch einen 'Rückwärts-Effet' mit, damit sie nach dem Aufprall nicht zu weit an der Zielkugel vorbeirollt:


Die technisch anspruchvollste Technik ist der Hoch-Portée-Wurf.
Man wirft die Kugel sehr hoch und sehr weit, sodass sie unmittelbar vor dem Schweinchen aufkommt und nur noch ein wenige Zentimeter rollt.
Diese Methode ist natürlich sehr effektiv, da die Bodenbeschaffenheit auf dem Weg zur Zielkugel keine große Rolle spielt, der Weg wird ja im Flug zurückgelegt.
Wirft man die Kugel so, dass sie direkt am Auftreffpunkt liegenbleibt, ohne noch zu rollen, so spricht man von einer 'plombée'.

 

Profitipps für Leger

Du möchtest Leger (pinoteur) werden (oder bist es schon). Hier sind ein paar Tips, mit denen Du Deine Wurftechnik verbessern kannst.
Bevor Du diese Tipps liest, musst Du noch wissen, dass man sowohl aus der Hocke als auch aus dem Stand legen kannst.
Zum Legen gibt es verschiedene Übungen. Vier davon werden hier näher erläutert: Gleichgewicht, Aufschlagpunkt, Zielscheibe, Drall.

Gleichgewicht
Platziere eine Kugel drei bis vier Meter vom Wurfkreis entfernt. Spiele Deine Kugel nun so aus der Hocke heraus, dass Du die Kugel triffst, ohne vorher den Bodenzu berühren.
Dabei geht es nicht darum, das Schiesen zu üben, sondern darum, das Gleichgewicht und die ruhige Haltung in der Hocke zu verbessern.
Ausserdem lernst Du dabei das gerade und präzise Werfen der Kugel.

Aufschlagpunkt
Zeichne mehrere Kreise im Durchmesser von 10 bis 15 cm in unterschiedlicher Entfernung vom Wurfkreis auf.
Wirf anschliessend die Kugel aus der Hocke oder aus dem Stand so, dass sie in die Kreise fallen, ohne vorher den Boden zu berühren.
Übe so den halben und den hohen Bogen.

Ziel
Zeichne in einer Entfernung von acht bis neun Metern vom Wurfkreis fünf konzentrische Kreise auf den Boden.
Gib jedem Kreis einen bestimmten Wert und wirf dann Deine Kugeln.
Notiere das Ergebnis und versuche es allmählich zu verbessern.

Drall
Eine schwierige Übung in der Du den Drall kontrollieren lernst, den Du der Kugel verleihst.
Zeichne in drei bis vier Metern Entfernung vom Wurfkreis einen kleinen Kreis und rechts und links davon je eine gerade Linie.
Versuche die Kugel so zu werfen, dass sie innerhalb des Kreises aufkommt, aber verleih ihr dabei einen Drall, sodaß sie nach rechts oder nach links über die Linie rollt.
Natürlich musst Du bestimmen, ob sie nach rechts oder nach links rollt!

 

Das Schiessen

Legt der Gegner eine Kugel sehr nah oder direkt an die Sau, so kann es je nach Spielsituation sinnvoll sein, die Kugel wegzuschießen.
Auch hier gibt es verschiedene Techniken, diesmal die schwierigste zuerst...

Der schönste Weg Gegnerkugeln zu entfernen, ist sicherlich der Eisenschuss (tir-au-fer):
Der Spieler versucht, die Gegnerkugel mit seiner Kugel direkt zu treffen. Im Idealfall gelingt ihm das so, dass seine Kugel den Platz der gegnerischen einnimmt. Das nennt man carreau-sur-place.

Die zweite Möglichkeit erfodert nicht ganz so viel Präzision: Beim Schuss vor die Kugel (tir-devant) wirft man die Kugel so, dass sie kurz vor der zu schießenden aufkommt und diese dann verdrängt:

Die dritte (brachiale) Möglichkeit ist nicht ganz so beliebt, da sie oft das gesamte Bild der bereits gelegten Kugeln zerstört:

Beim Raffeln (rafler) wird die Kugel fest in Richtung auf das Ziel gerollt um die Gegnerkugel zu entfernen:

 

 

Profitipps für Schiesser

Tendierst Du zum Schiessen? Für diese besonders beeindruckende Wurftechnik benötigt man viel Konzentration, Geschicklichkeit und Kraft.
Aber denke immer daran, dass der beste Schiesser nicht unbedingt der ist, der seine Kugeln am kräftigsten wirft!
Hier werden im folgenden vier Übungen vorgestellt, mit denen Du Deine Wurftechnik beim Schiessen verbesserst: direkter Schuss, Volltreffer, hintere Kugel und Rückläufer.

Direkter Schuss
Um gut schiessen (und treffen) zu lernen solltest Du zunächst auf nahe und dann auf immer weiter entfernt liegende Kugeln und Zielkugeln schiessen.
Ziele von Zeit zu Zeit auch auf höher (z.B. auf einem Holzscheit) liegende Kugeln, um zu lernen, den Arm hoch zu ziehen.
Dadurch gewöhnst Du Dir einen typischen AnfänfgerInnenfehler ab: den zu kurzen Schuss.

Volltreffer
Wenn Du allmählich eine anständige Trefferquote erreichst, solltest Du versuchen, möglichst viele Volltreffer zu erzielen.
Dazu musst Du üben, die Kugel von oben zu treffen.
Lege in einen Kreis von 50 cm Durchmesser ein Kugel. Schiess auf diese Kugel, ohne dass Deine Kugel den Kreis verlässt.
Beginn mit einer Distanz von zwei bis drei Metern. Anschliessend vergrössere die Entfernung und verkleinere den Kreisdurchmesser.

Rückläufer
Manchmal kannst Du das Spiel gewinnen, indem Du Deiner Kugel einen Rückdrall verleihst.
Das kannst Du folgendermaßen üben:
Ziehe 20 bis 30 cm vor der zu treffenden Kugel eine Linie. Verleihe nun Deiner Kugel einen gegen die Wurfrichtung gerichteten Effet.
Dadurch rollt sie, nachdem Du die gegnerische Kugel getroffen hast zurück und überquert die Linie.

 

Hintere Kugel
Eine ausgezeichnete Präzisionsübung.
Platziere acht bis neun Meter vom Wurfkreis entfernt zwei Kugeln so hintereinander, dass gerade eine Kugel dazwischen passt.
Ziel der Übung ist es, die hintere Kugel zu treffen, ohne die vordere zu berühren.

 

Sollte jemand Interesse daran haben, seine Wurftechnik ebenfalls im Bier-Pong zu verbessern, dem sei dieser Artikel empfohlen:  https://www.mybeerpong.de/blog/beer-pong-wurftechniken/

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